Häufig gestellte FragenWas ist Narkose?Bei einer Narkose werden sowohl das Bewusstsein ausgeschaltet, als auch das Schmerzempfinden und mögliche Reaktionen des vegetativen Nervensystems. Sie werden nicht nur den Eingriff in keiner Weise wahrnehmen, sondern ihr Körper soll auch vor möglichen Stressreaktionen auf den chirurgischen Eingriff (die Operation) geschützt werden. Dies ist mit modernen Narkosemedikamenten sehr gut möglich, die zudem ausgezeichnet verträglich sind und rasch abgebaut werden. Eine Belastung durch diese Medikamente kann so für Sie kann in aller Regel vermieden werden.
Warum darf ich vor der Operation nicht mehr essen oder trinken?Bei nicht nüchternen Patienten kommt es durch einen vollen Magen häufiger zu Übelkeit und Erbrechen als bei nüchternen Patienten. Während der Narkose oder der Aufwachphase sind der Hustenreflex und die Rachenreflexe unterdrückt. Dadurch besteht die Gefahr, dass Mageninhalt in den Rachen gelangt und von dort über die Luftröhre in die Lunge. Diesen Vorgang nennt man Aspiration. Diese Gefahr ist umso größer, je größer der Mageninhalt ist, d.h. je kürzer die letzte Nahrungsaufnahme zurückliegt. Eine Aspiration kann durch den sauren Magensaft eine Lungenentzündung oder sogar schwere Schäden am Lungengewebe hervorrufen, die sich unter Umständen nicht mehr oder nur teilweise zurückbilden.
Warum darf ich nicht rauchen?Rauchen regt die Magensaftsekretion an. So kann es trotz Einhaltens des Nüchternheitsgebotes zu einer großen Ansammlung von Magensekret kommen und dadurch eine erhöhte Aspirationsgefahr entstehen.
Wie gefährlich ist eine Narkose?Tödliche Zwischenfälle oder Komplikationen mit schweren Folgeerscheinungen sind dank der stetigen Entwicklung der Anästhesie extrem selten geworden. Sowohl die deutlich verbesserte mehrjährige Ausbildung der Fachärzte für Anästhesiologie als auch bessere Überwachungsmöglichkeiten während einer Anästhesie haben gemeinsam mit neuen verträglicheren Medikamenten die Häufigkeit an anästhesiebedingten Komplikationen auf ein sehr geringes Maß gesenkt. Man kann heute sagen, dass eine Narkose ein sehr sicheres Verfahren darstellt. Im Alltag sind Sie viel größeren Gefährdungen ausgesetzt - z. b. beim Autofahren! In unserer Abteilung werden Sie ausschließlich von Fachärzten und Fachpersonal mit langjähriger klinischer Erfahrung betreut. Unsere modernen Arbeitsplätze entsprechen allen geforderten Normen und werden fortlaufend auf ihre einwandfreie Funktionstüchtigkeit hin geprüft. Die Abläufe sind standardisiert und entsprechen der Routine und Erfahrung des Sie betreuenden Teams. Entscheidend für Ihre persönliche Sicherheit ist die Erfassung aller Begleiterkrankungen und Befunde während des Vorgesprächs. Nur so können wir uns ein vollständiges Bild von Ihnen und Ihrem persönlichen Risiko machen.
Warum habe ich nach früheren Narkosen gefroren?Frieren (Shivern) nach dem Aufwachen aus einer Allgemeinanästhesie gehört zu den sog. Little-big-problems. Dabei handelt es sich um Beschwerden, die nur eine geringe medizinische (little), aber eine große persönliche (big) Bedeutung für den Patienten haben. Es gibt viele mögliche Ursachen für Shivern nach einer Allgemeinanästhesie. Der Körper kühlt im klimatisierten Operationssaal etwas aus, bestimmte Anästhesiemedikamente können zu Shivern führen ebenso wie bestimmte Operationstechniken. Wir bemühen uns, den Wärmeverlust im Operationssaal so gering wie möglich zu halten, indem wir Sie mit Ausnahme des Operationsfeldes möglichst gut zudecken. Medikamente, die gegen Ende der Anästhesie gegeben werden, können das unangenehme Shivern ebenso unterdrücken wie ein vorgewärmtes Bett im Aufwachraum.
Besteht die Gefahr, dass mir nach einer Narkose übel wird oder dass ich erbreche?Postoperative Übelkeit und Erbrechen (PONV = postoperative nausea and vomiting) sind glücklicherweise heutzutage selten geworden. Dieses Phänomen bereitet jedoch laut Umfragen den Patienten die größte Sorge. Erst an zweiter Stelle folgt die Angst vor postoperativen Schmerzen. Die Entwicklung neuartiger Medikamente und die Erprobung verschiedenster Wirkstoffkombinationen in nationalen wie internationalen Studien haben die Prophylaxe und die Therapie von PONV wesentlich verbessert. Wir nehmen bereits beim anästhesiologischen Vorgespräch eine PONV-Risiko Bewertung und stimmen das Anästhesieregime individuell auf den Patienten ab. Die PONV-Prophylaxe beginnt somit bereits im Operationssaal. Zur Qualitätssicherung wurde ein Stufenplan erarbeitet, der sowohl im OP, im Aufwachraum und auf den Bettenstationen zum Einsatz kommt. Er unterstützt bei der Auswahl, der Kombination und dem Timing der verschiedenen Substanzklassen, die zur Prophylaxe und Therapie von PONV eingesetzt werden. So können auch bei später einsetzender Übelkeit und/oder Erbrechen die entsprechenden Therapieschritte individuell auf den Patienten abgestimmt und eingeleitet werden. |
